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Das Auge
Beschwerdefreies Sehen erfordert eine ausreichende und gleichmäßige Benetzung der Augenoberfläche mit Feuchtigkeit.
Das leistet die Tränenflüssigkeit bzw. der Tränenfilm, der von den Augenlidern wie von Wischerblättern über die Augen verteilt wird.
Auf dem gesunden Auge bleibt der Tränenfilm nach einem Lidschlag etwa 10 - 15 Sekunden intakt. Durch Verdunstung wird der Tränenfilm instabil und reißt auf. Die Augenoberfläche ist so nicht mehr geschützt. Der nächste Lidschlag erfolgt bei einem gesunden Auge normalerweise vor Aufreißen des Tränenfilms, so dass die Augenlider immer auf der Augenoberfläche wie über ein Wasserkissen gleiten können.
Der dreischichtige Tränenfilm (Lipidschicht, wässrige Schicht, Muzinschicht) ist ein labiles System: externe wie körpereigene Faktoren können zu vorzeitiger Verdunstung oder zu einer unphysiologischen Zusammen- setzung des Tränenfilms führen - mit resultierenden Symptomen des trockenen Auges
Indikation Trockenes Auge
Bezeichnet unterschiedliche Formen bzw. Ausprägungen einer Benetzungsstörung.
Der Tränenfilm wird durch zu schnelles Aufreißen beeinträchtigt und kann das Auge nicht mehr schützen, die Lider "kratzen" über die ungeschützte Augenoberfläche.
Die mechanische Reizung löst eine Entzündungsreaktion aus, die wiederum die Qualität des Tränenfilms herabsetzt. (Auch jede krankhafte Veränderung der Augenoberfläche beeinträchtigt die Unversehrtheit des Tränenfilms)
Medizinisch werden zwei Hauptformen unterschieden:
- Trockenes Auge mit absolutem Tränenmangel (quantitativ),
verursacht durch zu geringe Produktion oder Distribution des wässrigen Tränenanteils.
- Trockenes Auge mit relativem Tränenmangel (qualitativ),
verursacht durch schnelle Verdunstung des Tränenfilms (evaporative Form), so dass beim Lidschlag nicht mehr ausreichend Tränenflüssigkeit verfügbar ist.
Die evaporative Form ist aufgrund der heutigen Alltags- und Umweltbedingungen am häufigsten.
Inzidenz
Jeder 3. Patient in der ophthalmologischen Praxis kommt wegen Beschwerden eines trockenen Auges.
- Je nach Diagnostik geht man von 5 bis 35% der erwachsenen Bevölkerung aus, die unter Symptomen des trockenen Auges leiden.
- Zunehmende Inzidenz bei zunehmendem Alter.
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